Eichenprozessionsspinner in Berlin und Brandenburg: Gefahr für Mensch, Tier und Baum

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) breitet sich in Berlin und Brandenburg zunehmend aus. Begünstigt durch das warme und trockene Klima, hat dieser forstliche Schädling inzwischen alle Stadtbezirke Berlins erreicht. Besonders betroffen sind Gebiete mit großen Eichenbeständen, wie in Treptow-Köpenick, Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Pankow.

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 25 bis 30 Millimetern. Die eigentliche Gefahr geht jedoch von seinen Raupen aus. Diese bewegen sich in langen Reihen – sogenannten "Prozessionen" – auf der Suche nach Futterplätzen und bilden große Gespinstnester an Eichenstämmen, Ästen und am Boden.

Ab dem dritten Larvenstadium, das je nach Witterung zwischen Ende April und Ende Mai erreicht wird, entwickeln die Raupen feine Brennhaare mit einem starken Nesselgift. Diese Haare können sich durch den Wind über Distanzen von bis zu 100 Metern verbreiten.

Gesundheitsrisiken durch Brennhaare

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten das Gift Thaumetopoein, das bei Menschen und Tieren starke Reaktionen auslösen kann. Bereits der Kontakt mit den Haaren kann zu:

  • Hautreizungen und Entzündungen
  • Juckreiz und Rötungen (teils über mehrere Tage)
  • Atemwegsproblemen bis hin zu Atemnot (bei Einatmen)
  • Augenreizungen und Bindehautentzündungen
  • Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwindel oder Erschöpfung

Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Allergiker sowie Haustiere wie Hunde.

Ausbreitung in Berlin und Brandenburg

Die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners begann in den westlichen Bezirken Berlins und verlagerte sich über die Jahre in Richtung Osten. Im Jahr 2007 wurde laut dem Berliner Pflanzenschutzamt erstmals ein Vorkommen in Treptow-Köpenick festgestellt – damit war auch der sogenannte "Sprung über die Spree" vollzogen. Heute ist der Schädling flächendeckend in Berlin präsent.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners konzentriert sich auf die gezielte Entfernung der Raupen und ihrer Nester – bevorzugt noch vor der Bildung der gefährlichen Brennhaare. Die beste Zeit dafür liegt zwischen April und Anfang Juni.

Die Akutbekämpfung erfolgt durch Fachfirmen mithilfe eines speziellen Absaugverfahrens. Dabei werden Raupen, Nester und Häutungsreste unter strengen Sicherheitsvorkehrungen entfernt und in einer Sonderverbrennungsanlage entsorgt. Teilweise kommen auch Hebebühnen zum Einsatz, um hochgelegene Nester zu erreichen.

Für die Beseitigung der Nester sind in der Regel die Grundstückseigentümer oder die zuständigen Behörden verantwortlich. Besonders an Orten mit Publikumsverkehr – wie Schulen, Kitas, Sportanlagen oder Parks – ist schnelles Handeln gefragt.

Prävention

Frühere Ansätze, Baumkronen vorbeugend mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln, werden heute kaum noch eingesetzt. Der Fokus liegt stattdessen auf der Beobachtung befallener Gebiete, frühzeitiger Nestentfernung und dem Schutz der Bevölkerung.

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